Heute habe ich einen ganz besonderen Interview-Gast bei mir, auf welchen ich schon seit geraumer Zeit gewartet habe. Jung, attraktiv, intelligent. Dies sind nur ein paar Attribute, die sie auszeichnen.

Das freche Mädel aus Zwickau, wie sie spitzbübisch von dem inneren Zirkel genannt wird, befindet sich auf der großen Reise, dem Loop. Um diesen etwas genauer zu beleuchten, habe ich sie heute zu mir eingeladen.

Interviewer: Hallo Laura, freut mich, dass du es heute endlich einrichten konntest. Bist du zurzeit sehr beschäftigt?

Laura: Ja, total. Ich suche oft öffentliche Toiletten und Duschen, um nicht in den Wald zu kacken, ich rede gerne mit den Mechanikern in der Werkstatt, um ihnen danach Geld für ein Auto zu geben, welches wir für weniger gekauft haben. In einer Gärtnerei renne ich vor Spinnen und kleinen weißen Fliegen weg, die mein Blut saugen und beim Putzen atme ich gerne den Chemie-Cocktail ein, sodass ich dann durch die Gänge schwebe. Ich verbringe viel Zeit damit, nachzudenken, was ich heute kochen könnte ohne danach fett oder pleite zu sein und wenn ich dann die Eingebung habe, brennt der Gaskocher im Auto, den ich dann in Panik samt Essen hinaus werfe.

Interviewer: Klingt ja verlockend…

Laura: Ich sehe einen Strand nach dem nächsten, werde nicht braun und versuche den australischen Slang zu verstehen. Falls nicht, sage ich einfach immer ja oder grinse geschickt. Das rettet mich nie, weil es fast immer eine Frage ist.  

Interviewer: Also ein einziges Fiasko? Mal Butter bei die Fische Laura, was hältst und denkst du von Australien? Ist dein Traum wahr geworden?

Laura: Es ist ein wunderschöner Kontinent mit vielen herrlichen Aussichten, einer schönen Landschaft und bezaubernden Tieren. Die Leute sind gutmütig und reden gerne über sich, aber helfen auch gleichzeitig bei Problemen (davon haben wir einige). Bis jetzt arbeite ich viel, um Geld für die Reise zu sparen und hoffe, dass sich die anderen Teile Australiens lohnen. Also bis jetzt bin ich zufrieden.

Ich habe mir die Natur schon so vorgestellt, allerdings hätte ich nicht gedacht, dass es so viele Tiere gibt, die dich töten wollen oder dich schlicht und ergreifend nerven. Man muss überall im Gras schauen, ob sich da eine Schlange auf die Lauer gelegt hat und immer mit Insektenspray ausgestattet sein. Zudem ist es nicht so wie alle immer sagen: in Australien kannst du machen, was du willst. Nee – im Gegenteil: du musst aufpassen, dass sie dich nicht beim Schlafen, Trinken oder Pupsen erwischen. Neulich bekamen wir einen „Strafzettel“, weil wir abends nur auf einem Parkplatz standen und angeblich drinnen geschlafen hätten (ja gut, haben wir auch, aber es war vor 0 Uhr!)

Australien ist sehr weitläufig, viele rieten mir, dass wir nicht in den Westen fahren, weil dort 8 Stunden lang nichts kommen wird. Man soll nicht einfach so ins Meer gehen, ohne dass dort irgendwo ein Fähnchen und ein Paddelboot vom Schwimmmeister sind. Du brauchst eine Adresse für dein Auto, die Arbeit, für alles. Wir sind Leute, die im Van leben! Unsere Adresse ist Sonia.

Es ist viel schwerer, Arbeit zu finden, als gedacht. Viele setzen 100 Jahre Erfahrung voraus – im Putzen. Wir lernten Putzen an einem Tag und werden nicht genommen.

Und last point: alles ist sooo soooo teuer. Kein Wunder, dass wir sogar am Sonntag arbeiten.

So und nun auf Anfang: ich finde es dennoch sehr schön und genieße jede Sekunde bei 35 Grad.

Der entscheidende Faktor

Interviewer: Was war das bislang schönste Erlebnis für dich?

Laura: Sonia.

Interviewer: Sonia? Du meinst den Van?

Laura: Nee Spaß – ich glaube, alles zusammen: die Städte, die Strände und die Koala / Känguru Farmen. Und das Feuerwerk in Brisbane.

Interviewer: Was war die bislang größte Herausforderung?

Laura: Sonia. Und das meine ich diesmal ernst.

Interviewer: Sonia scheint ja einen bestimmenden Part einzunehmen. Was daran im Besonderen?

Laura: Sonia hat wie jeder von uns ihre ganz persönlichen Macken. Die nerven mich. Und sie zu bemuttern kostet mehr als ein Kind groß zu ziehen. Nein ganz ehrlich, das Geld hätte ich beziehungsweise hätten wir natürlich gerne in etwas Aufregenderes investiert.

Das Zusammenleben mit Stinke Piet Robert

Interviewer: Wie ist es in einem Van zu leben?

Laura: Eng, stickig, gemütlich – mit Robert. Ohne Robert: eng aber gemütlich.

Interviewer: Gibt es etwas, wovor du dich gruselst?

Laura: Spinnen, aber das wusste ich schon vor der Reise. Und ach ja: Sonia.

Interviewer: Meat Pie, Steak oder Koala?

Laura: Mit einem Koala an der Brust ein Steak essen.

Interviewer: Wer schreibt besser beim Blog, du oder Robert?

Laura: Robert, er kann auf Krampf die besten Witze erzeugen.

Interviewer: Wann würdest du Robert gerne aus dem Van werfen?

Laura: Wenn er pupst und anfängt die Bettdecke zu wedeln, damit alle etwas davon haben. Und wenn er wieder seine „Du hast mich falsch navigiert“ – Laune hat.

Interviewer: Wie war das Wiedersehen mit deiner Schwester? Und was möchtest du deinen Eltern sagen?

Laura: Es war wunderschön und nervig. Wie immer wenn ich meine hungrige Schwester sehe, eine Stunde nach Gold Coast fahre und dort nichts sehe außer ein Restaurant von innen. Aber wir haben ihren Geburtstag schön gefeiert und jede Sekunde genossen. Über die Einladung zum Koreaner habe ich mich mega gefreut.

Mama, Papa, ihr fehlt mir ganz doll. Julia du auch. Und wenn ich wieder da bin, erwarte ich eine Zwickauer Mischung und die tollsten Videos eurer Reisen.

Laura, vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte. Und lesen Sie nächste Woche das große Sommer Interview mit Ray. Was hat ihn in der Vergangenheit besonders geprägt? Wie steht es um die Zukunft des Unkrauts und stimmen die Gerüchte, dass er seine Sonnenbrille in seinem klimatisierten Auto in China vergessen hat? Erfahren Sie mehr!