Uwaga! Achtung! Attention!

Sie leiden an schwachen Nerven und Herzflattern? Dann sollten Sie jetzt besser nicht weiterlesen!

Halbgares Essen am Teich

Nachdem wir alles bezüglich des Autos erledigt hatten, führte uns unsere nächste Route nach Cleveland. Laura hatte dort östlich von Brisbane eine riesige Insel ausgemacht, die es zu erkunden galt. Da die Zeit schon wieder weit voran geschritten war, einigten wir uns darauf, den Trip auf den nächsten Tag zu verschieben und die Nacht wie gewohnt auf einem Parkplatz zu verbringen. Unsere Suche führte uns nach Wynum an den einzigen Strandabschnitt, den wir auf 100 km finden konnten. Dort angekommen herrschte sehr raue See und wir konnten uns nur kurz auf einem Steg aufhalten, der gefühlt 300 m ins Meer ragte. Leider begann es zu regnen, als wir an der Spitze des Stegs standen, sodass wir schnellen Fußes zum Auto eilten.

Wir verschanzten uns in Sonia, um den Regenschauer auszusitzen, was einem fatalen Fehler gleichkam. Nach knapp einer Stunde war der Schauer immer noch nicht vorüber und wir wagten einen zaghaften Blick aus unserem Van. Es hatte sich an einer Senke zum Parkplatz eine große Pfütze gebildet, was uns aber nicht weiter irritierte. Wir schauten ein paar Folgen Two and a half men und lauschten dem Regen. Als der Regen dann aufhörte, öffneten wir die Türen und aus der kleinen Pfütze war so etwas wie ein Teich geworden. Immer wieder versuchten Autos ihr Glück, um auf den Parkplatz zu gelangen. Diese versanken fast bis zum Kofferraum im Wasser. Sollte unsere Sonia mit Löchern im Boden des Fahrerhauses das wirklich packen?

Wir verzichteten auf den Test und entschlossen uns das türkischen Essen von Billy zu kopieren. Problem war, dass beide Gaskocher nach wenigen Minuten ihren Geist aufgaben. So mussten wir mit einem halbgaren Essen die Nacht über auf dem Parkplatz ausharren, in der Hoffnung, dass am nächsten Morgen wieder eine Pfütze zu sehen sei.

Hoffnung und das Energie Problem

Diese Hoffnung erfüllte sich und so konnten wir zur Insel aufbrechen. Die Überfahrt nach Stradbroke North war mit 10A$ hin und zurück pro Person extrem günstig.

20160911_rola_an0105

Leider aber bildeten die einzigen Highlights auf der Insel ein Känguru, ein paar bunte Papageien und eine riesige Fledermaus. Laura nahm auch gleich die Jagd nach dem Känguru auf. Nach knapp zwei Stunden setzten wir wieder zum Festland über und begaben uns auf die Suche nach einem Shop, um unser Solarproblem zu beheben.

Unsere Solaranlage war nämlich die Tage zuvor ausgefallen, weshalb ich mich als Elektriker versuchen durfte. Leider war die Suche nicht sonderlich erfolgreich, weshalb wir uns nach Victoria Point begaben, um dort zu nächtigen. Wir fanden auch einen schönen Parkplatz, allerdings hausten dort Fledermäuse, so groß wie Adler. Und diese hatten beschlossen, uns die Nacht über nicht schlafen zu lassen, da sie fortwehrend rumkrächzten.

Der Spaziergang zur Toilette wurde somit besonders aufregend. Außerdem hatten wir einen blutrünstigen Moskito im Van, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, auf Lauras Fuß eine Art Tattoo mit 15 Stichen zu hinterlassen. Gott sei Dank durfte ich dann mehrere Stunden nach Mr. Moskito suchen.

Gestern suchten wir dann den ganzen Tag über nach einer Lösung für das Energie Problem. Letztendlich durften wir dann über 100 A$ in eine neue Batterie investieren und siehe da – es wurde Licht!

Campingplatz mit Barbecue

Dank einer neuen App fanden wir einen Campingplatz in Dayboro, in der Nähe von zwei potentiellen Arbeitgebern, um zu duschen und die Nacht zu verbringen. Als wir im Finsteren ankamen, saßen dort 20 alte Leutchen beim Barbecue zusammen. Der Boss begrüßte uns und lud uns ein, beim Barbecue teilzunehmen. Irgendwie ist es so, dass jeder hier zumindest drei Wörter deutsch kann. „Hey wie geht’s?“, „Ich war auch schon in Deutschland.“, etc. Wir bekamen Steaks, Würste und Salat – einfach so. Wir führten zahlreiche Gespräche, unter anderem mit einem Aussiedler Paar aus Holland und alle Anwesenden gaben uns Tipps bezüglich der Job Suche in Australien. Der Abend war Top und am heutigen Morgen bekamen wir endlich die langersehnte heiße Dusche!

Zum Schluss gingen wir noch in einen Waschsalon, da der Berg an Klamotten immer größer wurde.

20160913_rola_an0106

Fürsorgliche Frau