Endlich: unsere letzte Etappe nach Sydney haben wir hinter uns gebracht. Der Flug mit der Air Asia war mit den anderen Airlines nicht zu vergleichen: kein Multimedia System, keine Decken, keine Getränke oder Speisen. Wenn – dann nur gegen Bezahlung. Und das bei acht Stunden Flug.

Australien-finally

Beim Start und bei der Landung waren die Temperaturen auf dem Gefrierpunkt. Sogar der typische Surfer-Aussie, der kurz gekleidet neben mir saß, fror. Sabbernd und total müde setzten wir zur Landung an. Australien-finally! Aus dem Cockpit ertönte zu Ehren eines Geburtstagsgastes ein Popsong “Happy Birthday”, welcher gar nicht mehr aufhörte.

Am Flughafen mussten wir uns immigrieren und das ging trotz der Panikmache vieler Seiten extrem leicht. Der Mann von der Grenzkontrolle war sehr freundlich und beantwortete selbst bei Stress alle Fragen bezüglich eines Arbeitskontos (Robert bringt immer Themen, die dort gar nicht hingehören). Wir gingen zur Gepäckabfertigung und anschließend zum “Exit”. Weil wir bei der Einreiseauskunft angegeben hatten, dass wir Medikamente mit uns führen, wurden wir vom dortigen Beamten in die Zone 6 geschickt – Quarantäne. Ich hatte mich im Vorfeld noch darüber lustig gemacht, welche Deppen dorthin geschickt werden.

Hunde losgelassen

Wir mussten uns in einen abgetrennten Bereich stellen, sodass die Hunde auf uns losgelassen werden konnten. In Deutschland hätte uns hier wahrscheinlich ein kläffender Schäferhund erwartet, der bereit gewesen wäre, uns in Stücke zu reisen. Hier war es ein zuckersüßer schwarzer Labrador, der uns mit seinem Hundeblick um den Finger gewickelt hätte, wäre er nicht so scharf auf unseren Rucksack gewesen. Wir wurden also aussortiert, um unseren Rucksack von der dortigen Beamtin auf Drogen und andere Gegenstände kontrollieren zu lassen.

Mit dem Zoll hatten wir ja bereits an der deutsch-polnischen Grenze gute Erfahrung gemacht. Das einzige, was diese herzensgute Omi interessierte, war, ob wir “Flowers and Meat” mit hätten. Klar, dass der Hund scharf wird, wenn wir Fleisch im Rucksack mitführen. Da dem aber nicht so war und auch die Medikamente kein größeres Aufsehen erregten, konnten wir die Zone schnell wieder verlassen. Mit dem richtigen Gepäck versuchten wir zu unserer Unterkunft von AirBnb zu gelangen.

Eine besondere Mentalität

Mit dem Auto wären es 16 Minuten durch Sydney. Robert meinte, dass wir das zu Fuß mit zwei Rucksäcken in 20 Minuten hinbekommen. Wir liefen los, ließen uns von einem Postboten den Weg erklären (der hatte bestimmt keine Lust zu arbeiten) und verliefen uns viermal (dank mir, hehe).

Robert: Wir haben im Vorfeld immer wieder gelesen, dass die Mentalität der Menschen hier besonders ist. Und wären wir nicht gelaufen (ich habe Recht behalten), hätten wir sehr viel davon verpasst. Der Postbote sprach uns von alleine an, weil er uns helfen wollte. Und dann die vermutlich beste Story um zu erklären wie die Menschen hier ticken: geplagt von jeweils knapp 78 Kilo Gepäck, bei einer Temperatur von unglaublichen 20° und gefühlten 155 Kilo Gepäck, machten wir uns ja bekanntlich auf den Weg zur Unterkunft. Beim 3. Stopp, um etwas Kraft zu tanken, setzten wir uns auf eine Holzkonstruktion, als ein Auto plötzlich neben uns anhielt.

Sonia und die Schwächlinge

Im Auto saß Sonia. Sonia, 40 (sie sah aus wie 20) und schwanger, sprach uns an und sagte, dass wir einsteigen sollten. Sie sagte, dass sie Laura die Erschöpfung angesehen hatte und uns helfen wolle. Sie fragte kurz nach der Adresse und fuhr uns dann mit 100 km/h durch die Straßen von Sydney, weil sie noch zum Nägel machen musste. Frage an euch: Wie viele Frauen aus Deutschland, 40 und schwanger, hätte an der Straße angehalten, um zwei Schwächlinge aufzugabeln, die aus einem fremden Land stammen? Ich bin auf eure Einschätzungen gespannt. 😀 Am Ende der wilden Fahrt machte sie uns noch einen Zettel mit ihren Kontaktdaten fertig, auf das wir uns bei ihr melden sollten.

Angekommen bei Alice und Riordan wurden wir freundlich vom Hausherren begrüßt. Seine Herzensdame befindet sich aktuell in den USA, weshalb wir sie leider nicht kennen lernen werden. Das Bett nahmen wir augenblicklich in Beschlag, um uns von den Strapazen zu erholen.

Am Abend machten wir noch einen Spaziergang entlang der Strandpromenade, um dann in Little Sicilia einzukehren. Essen war super, es gab für uns beide Schnitzel. Die Nacht war mit 8° wirklich Arschkalt und geweckt wurden wir von Vogelgezwitscher, was man sonst nur im Zoo hört. Einfach super!

Heute geht es in die Innenstadt – der nächste Bericht folgt.