Coffs Harbour ist schon eine merkwürdige Stadt. Die Innenstadt sieht aus, als ob sie gestern erst fertiggestellt wurde, die Strände sind natürlich wieder mega schön und die Parkplatzsituation ist, anders als in den Städten zuvor, prekär.

Schlafplatzsuche

Coffs HarbourWie Laura vorher schon beschrieben hatte, standen wir auf einem Parkplatz nicht weit ab der Straße. Trotzdem war er stockduster. Auch hier war ein Camping-verboten-Schild aufgestellt, was allerdings so von der Straße weggedreht wurde, dass niemand es mehr lesen konnte. Mehrere andere Camper und Vans hatten sich hier zusammengerottet, um die Nacht zu verbringen. In der ersten Nacht fuhr mehrmals ein weißer PKW über den Parkplatz, drehte seine Runde und fuhr ohne anzuhalten wieder davon. Beim dritten Mal hatten wir dann die Polizei in Verdacht und suchten uns einen anderen Platz zum Schlafen, weil wir das Risiko einer Penalty nicht eingehen wollten (bis 1000 A$ Strafe).

Am zweiten Abend wollten wir wieder vorbeischauen, um zu sehen, ob unsere geliebte „Polizei“ wieder anwesend war. Die Zahl der Mitcamper hatte sich deutlich gelichtet und dieses Mal war es ein schwarzer PKW der mit seinem Verhalten unser Misstrauen auf sich zog. Gut, also wieder ab in die Stadt. Dort parkten wir nicht weit entfernt vom gestrigen Platz – gegenüber von einem Parkhaus.

Coffs Harbour nur um zu shoppen

Ab halb 3 in der Nacht wurde ich von mehreren lauten PUFF-PENG-POW geweckt. Man konnte nicht genau zuordnen was da los war, aber es knallte immer wieder extrem laut. Immerhin war es gerade mitten in der Nacht?! Also begann ich durch unseren Sehschlitz zu spionieren. Und was ich dort sah lies mich in der Folge nicht mehr schlafen. Männer! Mehrere Männer! Die liefen dort umher. Einer schien bereits das erste Auto geplündert zu haben. Leider schien ausgerechnet dieser auch noch eine Maske zu tragen, weshalb man sein Gesicht nicht erkennen konnte.

Hintergrund

Ich bemühte Laura mir zu helfen, da ich meine Brille vorne auf dem Armaturenbrett vergessen hatte. Ihre Fernglasartigen Augen entschärften die Lage nicht, sondern bestätigten die aktuelle Situation nur noch. Immer wieder war das laute Knallen zu hören. Und dann! Dann hängte der maskierte Schuft doch tatsächlich ein Regenbogenkleid an einer weit oberhalb angebrachten Leine auf. What? Ein zweiter Maskierter kam hinzu und warf ihm mit lauten PUFF-PENG-POW Ständer für einen Tisch hin.

Sherlock Holmes hätte nicht besser kombinieren können und so kamen wir darauf, dass es sich hier um den Aufbau eines Marktes handeln könnte. 02:57 Uhr (!) – mitten in einem abgelegenen Parkhaus. Diese verdammten Aussies! Am nächsten Tag, gleich nach unserem 1a Frühstück, war die Stadt auch schon voll mit einer Menschenmasse, die die besten Angebote der Stände betrachtete. Wie dem auch sei:

Fahrt nach Coffs Harbour nur um zu shoppen, schlafen macht dort keinen Spaß!

Hippies, Hippies, Hippies

Unsere Route führte uns nun weiter entlang der Ostküste über Red Rock, Wooli nach Byron Bay. Im Reiseführer war uns das Nest als hippes kleines Ding verkauft wurden. Ja, das ist es tatsächlich! Tausende Cafés und Bars, an jeder zweiten Ecke ein Straßenmusiker, der mit seiner Gitarre seinen Lebensunterhalt bestreitet. Und Hippies, Hippies, Hippies. Ihr macht euch keine Vorstellung. Woodstock war nichts dagegen. Hier läuft das lesbische Mutterpaar, um die 48, mit kurzen, grell gefärbten Haaren und der typischen Hippiekluft durch die Straßen. Überall Rastas, VW-Busse und noch mehr Hippie-Chic. Laura ist im Himmel und genießt die Atmosphäre. Auch hier war die Parkplatzsuche wieder etwas schwierig und dennoch haben wir ein Plätzchen gefunden.

Wir werden uns die Stadt und den unglaublichen Leuchtturm heute noch einmal bei Tageslicht anschauen. Gestern Abend gegen 20 Uhr haben wir dort schon Buckelwale beobachten können, was wir heute natürlich fortsetzen wollen. Anschließend geht es weiter in Richtung Gold Coast und Brisbane, wo wir unser Auto bei der Behörde in Queensland anmelden wollen.