Für alles im Leben gibt es ein erstes Mal, aber wie fühlt es sich eigentlich an?
Der erste Tag in der Grundschule kann einen #fertig machen. Das erste Mal #betrunken ins Bett fallen, lässt einem die Welt und seine Umgebung als fürchterlichstes Karussell aller Zeiten erscheinen. Und wenn man das erste Mal Black Mirror schaut, dann #fesselt es einen. Danke Tommi 🙂
Und so ist unser Trip auch so etwas wie eine Rundreise der ersten Male. Das erste Mal dies, das erste Mal das. Aber wie fühlt sich das eigentlich an?
Wilde Kühe, Kängurus und anderes Getier
Wie fühlt es sich an, 6.000 km, was circa 80 Stunden entsprochen hat, geradeaus zufahren? Ich meine, ich habe mein Schiggy in der roten Version von Pokemon innerhalb von 30 Stunden auf Level 67 gepusht. Da weiß man, was 80 Stunden bedeutet. Am Anfang ist es #belastend. Man fährt eine Stunde und hat 90 km geschafft. Aber am Ende ist es #befreiend, wenn man endlich an der Westküste in Broome, nach Tagelangen Strapazen, angekommen ist.
Und wie fühlt es sich an, wenn man die komplette Strecke auf wilde Kühe, Kängurus und anderes Getier aufpassen muss? Es ist #beängstigend. Es ist so beängstigend, dass man freiwillig zwei Stunden in der Nacht mit 60 km/h über den Highway kriecht. Das nur, damit man rechtzeitig den in zickzack springenden Kängurus ausweichen kann.
Zwei Weißbrote im Autokäfig
Und wie muss sich ein Tier fühlen, was tagtäglich von kleinen popelnden Kindern und großen pöbelnden Erwachsenen begafft wird? In einem kleinen Nest, dessen Namen ich nicht mehr kenne, haben wir ein gutes Gefühl davon bekommen. Auf der einen Seite ist es #belustigend, weil man es einfach nicht nachvollziehen kann, auf der anderen Seite ist es auch etwas #furchterregend. Denn: in dem kleinen Nest sind wir in der Früh zur Toilette gefahren, als Sonia auf einmal ausging. Und wenn Sonia aus ist, ist sie aus.
Also standen wir in einer Traube Aborigines, die alle ihren Blick auf die zwei Weißbrote gerichtet hatten. Wie das Tier im Zoo saßen wir nun in unserem Autokäfig, belustigt aufgrund der kurios anmutenden Szenerie, beängstigt, aufgrund der schlechten Geschichten. Das Bild der Aborigines ist sehr negativ behaftet, ihnen wird ein Hang zum Alkoholismus nachgesagt und tatsächlich hatten wir in den Tagen zuvor mehrmals mit betrunkenen Kontakt gehabt. Nach 20 Minuten im Käfig konnten wir unseren Weg dann fortsetzen.
Haus der Termiten
Wie fühlt es sich an, ein so großes Haus zu sehen, dass der Burj Kalif wie eine kleine Wellblechhütte aus dem Süden der USA anmutet? Ich rede hier vom Haus der Termiten. Die sind nur ein wenig größer als Ameisen, aber ihre Bauten kann man mitnichten einfach mit dem Fuß wegkicken. Die Termitenhügel sind größer und breiter als Sonia und das gibt einem ein gutes Gefühl davon, wie viele von den kleinen Viechern in einem solchen Bau hausen.
Aber ein besonderes Gefühl für die Anzahl haben wir bekommen, als wir eines Nachts mit dicken Bäuchen und sauberen Zähnen im Bett lagen und eigentlich nur noch eine Folge Scrubs schauen wollten. Zu dem leise prasselnden Regen gesellten sich hunderte, ach was schreibe ich, tausende Termiten. Anfangs nur an den Fenstern sichtbar, krabbelten die Kleinen dann jede Öffnung entlang ins Innere. Geplagt von nicht vorhandener #Fresssucht suchten wir das Weite, weil uns die Vorstellung genügte, dass wir in der Nacht mehr als 0 Termiten unfreiwillig verspeisen könnten.
Tagträume
Apropos Scrubs! Der Hauptdarsteller hängt in der Serie immer Tagträumen nach und so ist es auch bei mir inzwischen soweit, dass ich mir während der langen Fahrten und während Lauri wohlwollend im Schlaf neben mir schmatzt, den einen oder anderen Gedanken gönne.
Beispielsweise wäre es super, wenn man Sonia ähnlich wie die modernen Kampfjets aus der Luft beziehungsweise während der Fahrt betanken könnte. Das würde uns zusätzlich 10 Minuten pro Tankstelle oder 30 Minuten per selbstauftanken mit Kanister und Equipment sparen. Darüber hinaus habe ich sehr oft an selbstfahrende Autos gedacht und wie #fantastisch es wäre, wenn ich diese Möglichkeit jetzt schon hätte. Ich hatte auch schon den Finger am Handy, um in Tesla Aktien zu investieren. Dann habe ich aber von dem armen Drops gehört, der beim Harry Potter – Suchten mit einem nicht besonders gut selbstfahrenden Auto gegen etwas gefahren war und verbrannt ist. *Also doch lieber in die Apple Aktien investieren?* Sorry, war schon wieder kurz abgedriftet.
Körperhygiene
Wo wir gerade beim Verbrennen sind. Wie fühlt es sich an, Tagelang mit 40° Tagestemperatur und 39° Nachtemperatur durch das Outback zu reisen, ohne das an eine Dusche nur zu denken wäre? Es ist #beschissen #beschissen #beschissen. Wenn man sich einen Tag in Deutschland nicht duscht und dann ins Büro stolziert, hat man bereits die Paranoia, dass jeder hinter einem die Nase rümpft. Aber hier, mit diesen erbärmlichen Möglichkeiten der Körperhygiene war es schon eine enorme #beschissene Herausforderung. Und dann kommt man nach Alice Springs, ins Herz von Australien und #feiert eine Dusche mit unzähligen Spinnen, Riesenkäfern und anderen Insekten so, als ob es die letzte auf Erden wäre.
Die Wortführerin und die Mission Freiheit
Und wie fühlt es sich an, wenn man aufwacht und sofort voller #Furcht ist? Wir hatten in der Vergangenheit immer mal wieder mit offener Tür geschlafen, damit man irgendwie in der Sauna einschlafen konnte. An diesem Tag glücklicherweise nicht.
Als ich aufwachte fiel mir auf, dass ein Mann um unser Auto schlich, sich anlehnt und dem Geschehen im Inneren lauschte. Ich begrüßte schnell Lauri mit dieser frohen Nachricht und fortan heckten wir einen Plan aus. Da sich die Person auch durch Augenkontakt und eine laute Ansprache von der Wortführerin nicht zu einem Statement hinreißen lassen wollte, rief ich nach Stunden #bestialischer Angst kurzerhand die Polizei.
Die #freundliche und #bemerkenswert dumme Dame am anderen Ende der Leitung forderte mich immer wieder auf, laut zu sprechen, obwohl ich mehrmals mitgeteilt hatte, dass das aufgrund der Situation nicht möglich sei. Anyway. Laura kroch auf den Fahrersitz und startete durch. Mission #Freiheit war geglückt. An dieser Stelle möchten wir noch unseren #freundlichen Spoilerin Anett danken.
Dennoch entdeckten wir zahlreich schöne Landschaften, u.a. einen Nationalpark mit Kalksteinen, einen Strand aus Muscheln und Sanddünen, die höher als so manches Haus waren.
Die Zeit tickt
Nur noch einen Monat sind wir hier in Australien und dann folgt auch schon das #Finale in Asien. An dieser Stelle möchte ich unsere Wünsche für den Empfang äußern. Wenn wir dann in #Berlin respektive #Frankfurt gelandet sind, möchte ich gerne mit einem kalten #Bier, am besten einem Hefeweizen, #begrüßt werden. Lauri hat einen Döner oder Rouladen bestellt. Ich bin für den Döner, da kann ich besser abbeißen. Bald sind wir wieder da.








Das mit dem kalten #Weizen und dem #Döner lässt sich wohl einrichten; das waren identisch auch meine Wünsche nach dem IM Hawaii!
Dein Blog, Robert, wie immer, Daumen hoch!
Broome. Westküste. Und ich warte hier die ganze Zeit auf Berichte und Bilder aus Darwin. Ach, ihr bleibt einfach noch zwei, drei Monate länger…