Und dann waren wir da – im roten Zentrum von Australien, in Alice Springs. Inmitten der Wüste bildete sich die 15.000 Einwohnerstadt aufgrund einer dortigen Telegraphenstation. Sehr sehr viele Aboriginies leben hier und stierten uns böse an. Wir haben keinen entdeckt, der lächelte.

Viele von ihnen bettelten, rochen nach Alkohol und schrien sich gegenseitig an.

Anmerkung

Vor jedem Schnapsladen stand mindestens ein Polizist. Worauf er aufpasste, wissen wir bis heute nicht. Generell fuhren dort sehr viele Polizisten herum. Wir wurden schon am ersten Tag gewarnt, uns nicht auf einem öffentlichen Parkplatz zu stellen. Warum, habe ich leider auch nicht verstanden, aber die Stadt zeigt eine hohe Kriminalität auf, vielleicht liegt es daran.

Angekommen

Duschen mit Spinnen

Mit den Übernachtungen sah es auch mager aus. Es gab ein freies Camp etwa 10 km direkt an einem Highway. Als wir dort im Dunkeln ankamen, sahen wir nichts. Der Highway war verlassen, das Camp war verlassen, wir waren verlassen.

Also bissen wir in den sauren Apfel und schliefen für 11 Dollar in einem Camp, welches im Hinterhof einer Bar mit Pool lag, den wir auch mit nutzen durften. Überall Käfer! Ich wurde oft attackiert. Danach hieß es erstmal: duschen! Das tat nach fast drei Tagen im staubigen Outback sehr gut. Überall Weberknechte in der Dusche und Robert musste sowohl in der Damen- als auch in der Männertoilette nach der perfekten Dusche suchen: Dusche Nummer 1 bei den Männern war dann für zwei Tage für Lauri reserviert. Ihr seht: meine Spinnenangst wird besser.

Ansonsten schauten wir uns in Alice Springs eine Schule an, die Kinder im Outback via Ferngespräche und Internet unterrichtet: das größte Klassenzimmer der Welt (so groß wie Texas).

Uluru – der Stein im Nirgendwo

Und dann kommt das Highlight, wegen dem wir ja eigentlich in Alice Springs waren: Uluru. Der große rote Stein, der zu dem Unesco Weltkulturerbe zählt. Ich habe ja nie verstanden, warum er so faszinierend ist, aber sehen wollte ich ihn trotzdem. Nur leider dachten wir Alice Springs = Uluru. Die Rechnung ging leider nicht auf.

Eine neue Rechnung

Alice Springs + circa 500 km + Sonia + hin und zurück + 25 Dollar Eintritt für den Nationalpark = Uluru.

Naja, nicht mit der Sonia! Sie hatte ja eh ihre besten Tage hinter sich (schon vor unserem Kauf) und da dachten wir cleveren Füchse: dann machen wir eine Bustour. Über 200 Dollar für eine Person war uns dann für den Stein doch etwas zu teuer. Autovermietung? Ja, mit einem klimatisierten Auto und mit mehr als nur 90 km/h wäre die Reise bestimmt schön. Es gab nur einen kleinen Haken: sie boten alle nur 100 km frei an.

“Dann gehen sie doch zu der”

In Australien, wo die Entfernungen ja so ganz klein sind und dann noch zum Uluru. Ich mein, jetzt mal ehrlich: wer kommt auf so eine Zahl? Bei 100 km kannst du maximal vom Flughafen nach Alice Springs in die Stadt hineinfahren. 100 km sind gar nichts. Die nette Frau von der einen Vermietung sagte: keine Autovermietung hat mehr als 100 km frei. Als ich sagte, dass es eine Vermietung gibt, sagte sie „freundlich“: “Dann gehen sie doch zu der.”

Sinnlose Regeln

Das sind wir dann auch, aber der zweite Haken: sie hatten zwar keine Grenze (bzw. musste man dafür nicht mehr bezahlen), aber als sie hörten, dass wir zum Uluru wollen und das in 24 Stunden (wir wollten die Nacht durchfahren), gingen die sinnlosen Regeln weiter: “Das schafft ihr nicht. Nachts darf man auf der Verbindungsstraße nicht fahren. Das ist vom Staat festgelegt. Dort sind nämlich Kühe und Kängurus.” (die es aber auch schon auf dem Weg nach Alice Springs gab, nur dass wir da Nachts fahren durften). Jedenfalls empfahlen sie uns, für zwei Tage das Auto zu mieten, aber da läge dann die Summe wieder im Bereich der Bustouren. Also gaben wir auf und aßen lieber lecker Steak und Griechisch.

Den Stein kann ich auch im Internet bestaunen. Nur komisch, dass ich im Internet kein Gesetz zur Nacht-Fahrsperre gefunden habe. Nicht mal auf der Seite des Governments.

Essen mit Tieren

Nach zwei Tagen Alice Springs brachen wir Richtung Norden auf und fuhren wieder über 2.000 km durch das Nichts. In den kleineren und größeren Städten wie Katherine fanden wir nirgends eine Dusche, sodass wir wieder fast drei Tage ohne auskommen mussten. Es war eine Qual. Die Rastplätze waren nicht mit denen aus dem Osten zu vergleichen. Plumpsklos, kein fließend Wasser und überall Spinnen, weshalb ich gar nicht ging.

Auf unserem Weg hielten wir an einem Abend an, um etwas zu kochen. Die Tankstelle war schon zu, überall waren Kühe auf dem Platz. Wir standen hinten am Kofferraum als ich hinter mir einen Schatten wahrnahm. Ein großer Hund. War er gefährlich oder nicht? Das fanden wir nie heraus, weil wir zurück ins Auto rannten. Wir hörten es dann nur laut schmatzen, als der Hund unsere Essensreste fraß. Danach hatten wir wieder zu tun, Sonia anzubekommen, aber das ist nichts Neues. Ich muss aber sagen, dass sie auf den knapp 5.000 km gute Arbeit leistete.

1 Kommentar

  1. Anett und Uwe

    Hallo ihr Zwei, wie immer erfrischend zu lesen auch wenn manche Erlebnisse eher beängstigend wirken. Ich muss da noch an die komische Gestalt an euerem Auto denken. Und wie war doch gleich die Sache mit dem Berg und dem Propheten? Richtig, da muss der Berg eben via Internet zu euch kommen. Dafür sind euere neuen Freunde, die sich auf jedes Bild drängen, einfach witzig und die Gesichtsausdrücke einmalig. Suchen die im Ironman-Rucksack etwa nach verbotenen oder stimulierenden Substanzen? Sind ja gespannt, wie es nun mit Sonia weitergeht und drücken euch die Daumen. Wir vermissen euch und freuen uns schon riesig auf das Wiedersehen!

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