Laura fährt Auto

Auf nach Airlie Beach, eine der wichtigsten Touristenstädte an der Ostküste. Doch dafür, dass dieses Nest so gehypt wird, war es schon etwas enttäuschend. Es erinnert an einen kleinen Ort auf Malle, dort eine Kneipe, da ein bisschen Touristenshopping. Hier sollten wir wirklich eine Woche ausharren, bis zum Segeltrip? Ganz bescheidene Entscheidung.

Der Sicherheitsdienst und ein erhitzter Mann

Besser wurde es auch nicht, da es kein freies Camp in Airlie gibt. Das nächste liegt 60 km von dem Dorf entfernt. Alternative? Wild campen. Blöd nur, dass dort ernsthaft ein privater Sicherheitsdienst die ganze Nacht umherfährt, um Campern das Leben zur Hölle zu machen. Gleich am ersten Abend wurden wir beim fertig machen von ihm angesprochen. „Wollt ihr heute hier campen?“ „Nö“ „Ok, no worries.“ Leider aber hatten Lauri und ich ganz schöne Worries.

Wir fuhren die Straßen auf und ab und nach gefühlt einer Stunde Fahrt entschlossen wir uns für eine dunkle Nebenstraße. Und es sollte noch besser kommen. Am fünften Tag unserer Odyssee kam ein sichtlich erhitzter Mann an unser Auto gestürmt und beschwerte sich Lautstark über unser PIEP PIEP des Rückwärtsgangs. Er erboste sich darüber, dass die zwei Sekunden Piep Piep ihn um 23 Uhr aus dem Tiefschlaf gerissen hätten und wir uns doch bitte wegbewegen sollten. Ganz so nett hat er es nicht formuliert, aber er schickte noch die Drohung hinterher, dass er uns suchen und finden würde, um den Sicherheitsdienst zu informieren.

Die Straße des Todes

Lauri konnte das wilde Schlafen vorher schon nicht leiden, aber als fünf Minuten später dann wirklich die Security auftauchte, war es endgültig vorbei. Ich beschwichtigte diesen netten Mann und so zogen wir schweren Herzens tatsächlich 60 km zum freien Camp. Schöne scheiße! Denn auf dem Weg dahin fuhren wir in finsterster Nacht über die Straße des Todes. Überall waren tote Kängurus verteilt, die von den Truckfahrern mitgenommen wurden. Außerdem waren hier wieder überall Zuckerrohrfelder und Bahnübergänge, die den Abtransport der Ernte sicherstellen sollten.

Motiviert durch den Opi und die Security fuhren wir schnurr stracks über die Landstraße, als drei Meter vorm Bahnübergang auf einmal das Warnsignal aufleuchtete. Was machen bei 100 kmh? Der Zugfahrer hatte zu spät gesehen, dass wir ankamen und hatte dann mal noch eben schnell das Signal angeschaltet. Ich entschied mich für durchziehen und mein Puls war danach bei 524. Wäre das nicht eine Ironie gewesen? Drauf gegangen, weil der Opa sich über ein zwei sekündiges Piep Piep beschwert.

Wie dem auch sei, fuhren wir die letzten Tage immer insgesamt 120 km, nur damit wir in Ruhe schlafen konnten. Ganz so cool ist Australien dann am Ende zu den Backpackern auch nicht.

Schnorcheln im Great Barrier Reef

Am 10. Dezember ging es dann endlich aufs Boot. Und hier hatten wir es wieder. 13 von 18 Teilnehmern kamen aus Deutschland oder sprachen zumindest deutsch (Schweizer waren dabei). Es macht die Sache mit dem Verbessern des Englisch nicht ganz so leicht, da sich dann auch alle konsequent auf Deutsch unterhalten.

Der Trip war zu Beginn super, wir schnorchelten zu Korallenriffen und genossen das super Essen an Bord. Am Abend wurde die See aber etwas rauer und was folgte waren Stunden des „ich schaffe es, mich nicht zu übergeben“.

Wir standen gerade in der Vorstellrunde am Ende des Abends, als sich Lauri in die Kabine verabschieden musste. Nur leider lag diese unter Deck und machte das Erlebnis nicht besser. Auf Anraten des Skippers saßen wir ab diesem Zeitpunkt an Deck, um den Horizont zu betrachten und der Übelkeit entgegenzuwirken. Blöd nur, dass man irgendwann wieder runter muss, um zu schlafen. Und die Bewegungen des Schiffs sorgten dafür, dass sich Lauri mehrmals an meinem Arm festkrallte, um nicht aus dem Bett zu fallen. Glaubt mir, eine Nacht betrunken im Bett fühlt sich sehr ähnlich an, ist aber dennoch hundertmal angenehmer.

Am nächsten Tag besuchten wir noch den White Heaven Beach und gingen eine letzte Runde schnorcheln. Dummerweise war die Strömung in diesem Gebiet so stark, dass man sich noch so sehr abstrampeln konnte, aber nicht mehr zum Schiff zurückkam. Wir mussten dann mit dem Motorboot „gerettet“ werden.

Zurück an Land küsste ich wie einst der Papst den Boden und wir begaben uns endlich weiter nach Townsville. Bye bye Airlie, ich werde dich nicht vermissen.

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