Robert, Reisereporter, 🙂

Die Deutschen sind überall

Die Deutschen sind wirklich überall! Wir hatten ja schon einige skurrile Begegnungen mit ihnen. Die erste Sprache die wir beim Start in Sydney vernehmen durften, war deutsch. Als wir durch einen Nationalpark – mitten im Nirgendwo – um 7 Uhr morgens staksten, war mit uns ein älteres Paar unterwegs. Woher? Natürlich aus Deutschland.

Und auch bei unserem Trip nach Fraser Island waren vier von elf Autoinsassen aus Deutschland. Immerhin waren da noch Franzosen, Iren, Amerikaner, Australier, Briten und Norweger mit dabei. Und dennoch kam es zu der alles entscheidenden Frage der Norwegerin:

Sagt mal, wer ist eigentlich gerade in Deutschland, wenn alle Deutschen hier zu sein schein?

Gute Frage! Denn langsam verstehen wir, was sie damit gemeint hat. Aber gehen wir chronologisch vor.

Laura und Robert

Laura & Robert

Zuckerrohr: Die süße Versuchung

Nachdem wir in Rocky nochmal einem kompletten Check bei Sonia haben durchführen lassen, um für den weiteren Weg gewappnet zu sein, ging es weiter nach Mackay. Mackay ist die Zuckerhauptstadt von Australien. Kilometerlange Felder mit Zuckerrohr säumten die Straßen. Und ich kann euch sagen: Zucker stinkt! Überall stehen Fabriken, die das Zuckerrohr verarbeiten. Schornsteine qualmen und legen vor allem in der Nacht einen nebelartigen Schleier über die Straßen. Und es stinkt stinkt stinkt. Ich weiß gar nicht so recht, wie man das beschreiben soll. Aber es stinkt! Nun ist es so, dass wir keine Air Con haben und zur Kühlung immer unseren Kopf aus dem Fenster wie die Hunde strecken müssen, natürlich inklusive Zunge rausstrecken und hecheln. Das hat aber zur Folge, dass wir die volle Dröhnung von den Zuckerdämpfen einatmen. Es ist wahrlich nicht optimal.

Der Grund für unseren Stop in Mackay war aber nicht der Zucker und auch nicht die Nebelschwaden, es waren zwei vielversprechende Nationalparks. Der erste hielt auch absolut was er versprach. Um zu ihm zu gelangen, mussten wir mit Sonia mehrere Bäche passieren. Da ging mir der Arsch echt auf Grundeis. Gorge Nationalpark hat mehrere Wasserfälle, welche an ihrem Ende kleine Teiche/Seen bilden. Einfach reinspringen und Natur pur genießen. Zwar muss man sich am Anfang etwas überwinden, da wir uns ab jetzt in der Krokodil-Zone befinden, aber nachdem der Erste und die Zweite nicht gefressen wurden, sind wir hinterhergesprungen. Über unwegsames Gelände – in Deutschland wäre das sicher als unbegehbar abgesperrt – haben wir nun endlich auch eine Schlange im Wald entdeckt. Zum Glück war sie sehr scheu.

Immer wieder Sonia

Nach Gorge machten wir uns noch auf zu einem zweiten Park. Dort sollten Platypusse, Schnabeltiere, auf uns warten. Leider mussten wir, respektive Sonia, uns 30 Minuten eine 30% Steigung hochquälen. Am Ende sahen wir sehr viele Schildis, aber keinen einzigen Platypuss und zu allem Unsinn fing nach dem komplett Check unsere sch**** besch**** du*** ars****** Öllampe wieder an zu leuchten. Auf dem Weg zurück nach Mackay mussten wir zwei jeweils einstündige Stops einlegen, damit sich das Öl wieder abkühlen konnte. Am Ende des Tages waren wir um 23 Uhr in einem winzigen Nest, ich nehme an das dort maximal 100 Menschen lebten, angekommen und hatten uns an eine Tankstelle gerettet. Jetzt ist es ja so, dass man für Wildcampen echt eine auf den Deckel bekommen kann. Also opferte sich Lauri die Tankstellenmitarbeiterin zu fragen, ob wir eine Nacht dort stehen konnten – yes you can! Danke 🙂

Sonia, Werkstatt: The NeverEnding Story

Am nächsten Tag sollte es zur Werkstatt gehen. Noch wollten wir Sonia nicht kampflos aufgeben… und siehe da. Gott hat ein Herz für uns. Denn statt dass wir uns in die nächste Werkstatt ziehen lassen mussten, war schräg über der Straße eine aufgetaucht. Das Glück war uns gnädig. Doch ganz so einfach war es natürlich wieder nicht. Ich erklärte den „Experten“ dort, was passiert war. Ölwechsel, 4.000km damit gefahren, Ölproblem, flackern, bla bla bla. Dann fingen die auf einmal mit Benzinpumpe, Benzin im Öl, Ölfilter, Öldruckpumpe an. Aber nicht mit mir.

“Hey, kann es sein, dass Benzin im Ölsystem ist, die haben mir das wirklich ehrlich gerade so gesagt.”

Ich rief kurzerhand bei der Werkstatt aus Rocky an und fragte nach, ob das denn alles so Sinn ergeben kann. „Hey, kann es sein, dass Benzin im Ölsystem ist, die haben mir das wirklich ehrlich gerade so gesagt.“ „What? Never ever Junge! Benzin und Öl? Das sind doch zwei getrennte Systeme.“ „Oh cool. Ok. Und wie schaut es mit der Benzinpumpe aus?“ „Was zur Hölle soll die Pumpe damit zu tun haben?“

Die Lösung des Problems

Ab diesem Zeitpunkt ging mir die Pumpe! Es war klar, dass die Experten dort keinen Schimmer hatten. Und so ging ich hin, erzählte nochmal alles schön langsam und fügte dann an, dass ich gerade meinen Buddy angerufen hatte und der meinte, dass die ganz schönen Unsinn redeten. Tatsächlich fing dann keiner mehr an, irgendwelchen Blödsinn zu reden. Unser Buddy aus Rocky hatte uns empfohlen, den Sensor fürs Öl als erstes zu tauschen und anschließend, falls nötig, den Filter und das Öl erneut zu wechseln. “Also Hombre, bitte einmal Sensor tauschen. Was macht das?“ „50 Cash“. Da Rocky mir gesagt hatte, dass das so circa 100 kosten würde, war das für mich ok. Für Lauri auch, ich hab sie extra gefragt. Und siehe da. Bislang – knapp einen km später, ist das Problem noch nicht wieder aufgetaucht. Toi toi toi.

Strand und Wasser

In Mackay schauten wir uns die nächsten Tage noch Krokodil Gebiete an, ohne welche zu sehen und genossen das Leben in der dortigen Lagune. Außerdem hatten wir uns für unseren Whitsunday Sailingtrip angemeldet. Leider war erst knapp eine Woche später etwas frei.

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