Nach Tagen des Putzens gab es einen Lichtblick: Fraser Island. Endlich ging es weiter. Jeder, mit dem wir geredet haben, empfahl uns die größte Insel von Queensland. Die Insel mit der längsten Sandküste.
Wir Sparfüchse fanden ein gutes Angebot im Internet, welches sowohl Fraser Island für eine Nacht als auch einen Segeltrip zu den Whitsunday Inseln, ebenfalls eine Nacht, vorschlug.
Am 09. November kam dann endlich die heiß herbei ersehnte Abwechslung. Wir alle trafen uns vor dem Allrad (4WD) Autoverleih und wurden in die entsprechenden Autos eingeteilt. Wir waren circa 40 junge Heranwachsende und in unserem Auto saßen Iren, eine Amerikanerin, Franzosen und Deutsche. Vor 70 Jahren undenkbar, machen wir heute Späße darüber, dass die Franzosen zwei Feiertage im Jahr haben, weil sie Deutschland in den Weltkriegen besiegten. Unser Fahrer war der Guide höchstpersönlich. Oh Captain mein Captain war seine persönliche Ansprache. Mit lackierten Fußnägeln drückte er das Gaspedal und wir fuhren, nachdem wir mit der Fähre die Insel erreichten, durch Sand. Die ganze Insel besitzt keine festen Straßen, sodass wir uns mutig mit lauten “Ahhh” und “Ohh” durch die Huckelpiste wagten.
Die Anreise
Wir fuhren zu der Unterkunft, ein Hostel, und schnippelten unser Mittagessen bevor wir zur Erkundung antraten. Wir fuhren am Strand entlang, durch das Wasser und sahen ein altes Schiffswrack, ein paar Berge und einen Süßwasserbach, in den man sich treiben lassen kann. Dafür hatten wir aber nicht viel Zeit. Auf dem Weg dahin blieben immer mal Autos von unserer Gruppe stecken, sodass unser Skipper mit unserem Auto zurückfahren musste, um diese zu befreien. Zweimal mussten sie mit einem Seil aus dem Sand herausgezogen werden. Dabei brach die Stoßstange (upps).
Mehr sahen wir vom ersten Tag nicht, denn um sechs fanden wir uns schon wieder in der Unterkunft. Mit einem Pärchen aus der Schweiz, mit welchem wir uns auch das Zimmer teilten, einem Franzosen und zwei deutschen Kerlen gingen wir dann noch zum Strand und suchten nach leuchtendem Plankton. Es durfte immer nur in Begleitung mit jemanden das Hostel verlassen werden, da es auf der Insel von Dingos wimmelt. Dingos sehen aus wie große Hunde, die aber wild sind und Personen angreifen können, wenn sie sich überlegen fühlen. Vergleichen könnte man sie mit unserem Wolf. Daher erzählte uns jemand, dass es das beste ist, wenn du dich vor einem Dingo aufbaust und “NEIN DINGO, NEIN” brüllst. Naja, wir sahen leider keine.
Am nächsten Tag sahen wir zwei Süßwasser Seen und einen Regenwald. Das war es so ziemlich mit der Reise auf der Insel. Ein bisschen komisch geplant und wenig Sehenswertes aber dafür war die Gruppe cool und das Essen hat mir auch geschmeckt.
Wir kamen mit vielen ins Gespräch und es ist schon schön, wenn man mit Menschen von Bali, aus der USA (sie trauerten wegen Trump) und Frankreich über andere Länder, schöne Reiseziele und Kulturen reden kann.
Delfine füttern
Danach sind wir zwei Stunden nach Tin Can Bay gefahren, einem kleinen Fischerort, mit einer großen Attraktion: Delfine füttern. Ich war im Himmel, mein großer Traum sollte endlich wahr werden. Freilebende Delfine vom Nahen sehen UND füttern. Es kostete nur 10 $ und war es definitiv wert, einen stinkenden toten Fischen mit Augen dem Delfin ins Maul zu legen. Ich glaube, ich war glücklicher als der Delfin.
Anschließend sahen wir uns noch Rainbow Beach an und fuhren dann, schweren Herzens wieder zurück zum Ort des Grauens (Ich hasse den Parkplatz von Sandgate). Und es wurde noch schlimmer…
Arbeit adé
(dramatische Musik)
… Wie gesagt, fuhren wir vier Stunden wieder runter, um am Montag wieder zu arbeiten. Wir wollten eigentlich nach dieser Woche aufhören und endlich die Reise gen Norden antreten, aber dann kam unsere Chefin mit neuen Terminen und Aufträgen um die Ecke und wir überlegten, ob wir nicht doch noch eine Woche bis zum 25. November arbeiten sollten, wenn das Geschäft so lukrativ ist.
Und dann wurden alle Termin einfach vom Kunden gestrichen und sie sagte uns nicht Bescheid. Bis Donnerstag versauerten wir auf diesem Parkplatz (weil wir dachten, wir arbeiten am Donnerstag) und dann wurde uns am Mittwoch Abend Bescheid gegeben (auf Nachfrage von uns), dass Donnerstag auch gestrichen wurde. Nee nicht mit uns!!! Wir beschlossen, den Job an den Nagel zu hängen. Was zu viel ist, ist zu viel.
Sonia – ein nie endendes Leid
Aber bevor wir unsere sinnlose Reise Richtung Norden erneut antraten, fanden wir uns in der Werkstatt wieder. Sonia ging nach Starten des Motors einfach wieder aus und sie knarzte beim Lenken, was das Zeug hält.
Grund für das Ausgehen war einfach nur ein Kabel, was auf einem anderen Kabel lag. Toll. das Knarzen ist hingegen etwas problematischer. Ich will es so formulieren: der Mechaniker sagte: fahrt langsam und bedacht, sonst küsst ihr bald einen Baum.
Nun gut, da wir das aber nicht für 400 A$ reparieren lassen wollen, fahren wir langsam und mit bedacht und stören uns nicht daran, dass das Auto beim Geradeausfahren gaaanz leicht nach links zieht. Ich hoffe, ihr habt alle das Video “Ode an die Sonia” genossen, denn das Gedicht drückt unseren wahren Gefühle für sie aus. Wir erwarten ein paar Rückmeldungen, wir drehen das doch nicht zum Spaß!
Maurice – wir wissen wo deine Pflanzen stehen
Wisst ihr noch, dass Maurice uns 560 A$ geschuldet hat? Es ist immer noch so. Nach einem Besuch bei ihm, wo er natürlich nicht da war, tausenden Anrufen und einem hinterlassenden Drohbrief haben wir uns jetzt ans Government gewandt und versuchen durch deren Hilfe, dem Gauner auf den Zahn zu fühlen.
Momentan sind wir wieder in Sunshine Coast und haben in den vergangenen Tagen eine Molkerei besucht. Viele Kühe und viele andere Tiere konnten wir dort antreffen. Heute werden wir uns den National Park von Noosa anschauen und morgen geht es dann zu den Noosa Everglades. Kajaken durch Krokodil Gewässer, was für ein Spaß!


