Mit Koala an der Brust ging unsere Reise weiter nach Brisbane. Also so fast. Nachdem wir wieder arbeitslos waren, ließen wir unser Geld erstmal im „Kmart“, der von Gabeln bis Basketbällen alles hat.

Robert kaufte ordentliche Shirts ein, wir kauften uns ein Tennis Set und traten dann am nächsten Tag auf dem Tennisplatz an. Meine Kondition am Tiefpunkt, mein Arm wie Wackelpudding und meine Hand-Ball-Koordination in der Schule zurückgelassen – es war einfach klasse, wie sehr mich Robert triezte, obwohl er Tennis nur aus dem Fernseher kannte. Eine Stunde später genoss ich eine kalte Dusche am Strand von Sunshine Coast.

Lone Pine – Koala Sancturary

Am nächsten Tag (Dienstag) trafen wir dann Julia und fuhren zu „Lone Pine – Koala Sancturary“ und schauten uns die australischen Tiere an. Angefangen von Flughunden über Koalas zu Kängurus, Wombats und Opossums. Ich durfte für nur 18 A$ meinen Traum erfüllen und einen dicken, nach Eukalyptus stinkenden Koala im Arm halten. Er wog viel und seine Krallen spürte ich am Schlüsselbein, aber das Erlebnis und diese Fotos: unbezahlbar. Die Kängurus waren wieder auf Valium, Kinder streckten ihre Hand mit Futter hin, aber selbst das wollten sie nicht annehmen. Wenn man bedenkt, dass sie in freier Wildbahn scheu sind, ist das schon ziemlich traurig.

Brisbane

Nach dem schönen Tierpark fuhren wir in die big City Brisbane und Julia, die sich das alles schon angeschaut hatte, erzählte uns viel über die hier vorhandenen Subways und koreanischen Köstlichkeiten, von denen wir uns auch überzeugen wollten. Man muss bedenken, dass die australischen Städte erst um 1780 erbaut wurden und daher kaum eigene Kultur (außer die von den Aborigines, aber lassen wir das heikle Thema erstmal) vorzuzeigen haben. Wir gingen durch den botanischen Garten, fuhren mit der Fähre über den großen Brisbane River und schauten uns das Rathaus und die belebten Hauptstraßen an, wo früher die Gefangenen lebten, die in Großbritannien Straftaten begangen hatten.

Abends trafen wir dann Julias Freunde, ebenfalls aus Deutschland, und wir aßen koreanische Grillspezialitäten. Dann schliefen wir vor deren Garage und schafften Julia am nächsten Tag zum Flughafen.

20160922_rola_an0123Wir besichtigten danach die schönen Strände von Bribie Island, welche man mit einer Brücke vom Festland ausgehend erreichen kann. In den nächsten Tagen werden wir uns ein Motorboot ausleihen und mit diesem dort schnorcheln gehen.

20160924_rola_an0128Gestern (Samstag) besuchten wir abermals Brisbane und schauten uns weitere Plätze an, u.a. das Museum im Rathaus.

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Es fand das Brisbane-Fest statt, sodass wir am Abend vom Fluss aus die australischen Kampfjets und Helikopter anschauen konnten. Die Menschen gingen dort so scharf und winkten den Piloten, die fröhlich das Maschinengewehr bewegten. Gruselig, denn eigentlich sind sie nur dafür da, um Menschen zu töten. Und sie feiern?!

Das große Feuerwerk

Danach fand das große Feuerwerk in der ganzen Stadt statt, welches von allen Ecken aus (Hochhäusern, Fluss) bezaubernde und synchron zur Musik abgestimmte bunte Bilder in den Himmel zauberte. Es war sehr schön. Dennoch waren es Massen (wirklich Massen), die logischerweise danach alle den Heimweg antreten wollten. Und wir mittendrin. Die Bahnhöfe wurden dicht gemacht, die Fähre ebenfalls und so mussten wir überlegen (ohne Fahrplan), wie wir heim zum Auto kommen. Durch Fragen und Reden mit den Mitarbeitern, schafften wir es, mit Umsteigen, relativ schnell zu Sonia zu gelangen. Momentan sind wir in Sandgate und bestaunen die kleinen Schildkröten, die hier am Teich liegen.

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Alles nicht so „easy“

Uns ist in den letzten Tag einiges bewusst geworden: es ist nicht alles so „easy“ wie es in den Reiseführern und von den Reiseanbietern gesungen wird. Es dauert zum einen, bis man einen Job an Land zieht. Über das Portal „Gumtree“ suchen wir nach Arbeit wie Festival Standbetreuung, Nanny, Housekeeper, Farmarbeit, Küchenhilfe. Viele schreiben nicht zurück, manche melden sich, um dann nicht mehr zu schreiben, manche bezahlen nicht gut und wollen dich gleich für drei Monate bei sich haben, usw. Die Regeln in Australien sind sogar noch strenger als in Deutschland. Das Rauchen und Trinken von Alkohol ist fast an allen öffentlichen Plätzen und Stränden verboten. Zigaretten gibt es nur an der Information von Supermärkten (darauf keine Marke oder ähnliches) und sehr teuer, sowohl das Rauchen als auch der Alkohol (4 A$ für 0,33 l Bier).

Uns betrifft es nicht, aber das haben wir schon mitbekommen. Baden ist meist nur im Bereich der Rettungsschwimmer Flaggen erlaubt, Hunde sind fast überall verboten und man darf nirgendwo im Auto schlafen (außer in bestimmten Parks). Gestern beim Festival wurden in diesen Bereichen auch offene Plastikflaschen kontrolliert, sodass wir unsere fast volle Wasserflasche wegschütten mussten, nur um sie einen Meter nach der Kontrolle wieder am Trinkwasserhahn aufzufüllen.

Dennoch gefällt uns das Leben hier sehr gut, die Landschaft, Flora & Faune sind beeindruckend und die Leute sind fast alle sehr lieb und redselig. Morgen fahren wir erneut nach Brisbane, um von der Uni an einem wissenschaftlichen Test mitzumachen, für das es ebenfalls Geld gibt.

Unser Lohn von der Farmarbeit kam drei Tage zu spät, weil es technische Probleme gab. Danach hatte ich nur die Hälfte meines Lohnes und Robert dreiviertel. Wir schrieben ihm eine Nachricht und er stellte fest, dass er Tage ausgelassen hatte. Wenigstens schulen solche Probleme unser Englisch.

Zu den Bildern: