Laura: Nachdem wir uns doch umentschieden, konnte ich Robert für den Blue Mountains National Park begeistern, welcher in Australien am bekanntesten ist. Also wieder Richtung Sydney.
Schlucht mit vielen Bäumen
Dort angekommen, fragten wir einen jungen Mann, ob er unsere Scheine in Münzen für den Parkautomaten wechseln kann – da er es nicht konnte, fühlte er sich verpflichtet uns zu helfen, stieg aus seinem Auto und hielt nach der Rezeptionsdame Ausschau. Die konnte es auch nicht wechseln und so mussten wir keine 8 A$ bezahlen.
Der Park war eher eine Schlucht mit vielen Bäumen, einen Fluss und Sand – alles umgeben von riesigen Felsen, die eine besondere Formation hatten. Wir stiegen Treppen hinunter und dachten, es wäre eine definierte Route. Nee – wir stiegen durch Büsche, kletterten über Steine und liefen so am Fluss entlang. Dennoch war es sehr schön. Der Muskelkater kam erst später.
Danach sind wir an die Ostküste „North Entrance“, um dort zu schlafen, weil wir festgestellt haben, dass am Meer die meisten öffentlichen Toiletten und Duschen sind.
Duschen im Surfclub
Aufgewacht sind wir wieder mit einem tollen Blick auf den Pazifik, umringt von Pelikanen. Um 15.30 Uhr wollen wir bei einer Fütterung mitmachen.
Wie erhofft gibt es hier Toiletten aber leider keine Duschen. Wir beschlossen auf einem Camping Platz gegen Gebühr zu duschen und warteten auf dem Parkplatz bis dieser öffnet. Da sprach uns ein Ranger an, der hier arbeitet und fragte, woher wir kommen und was wir machen. Ich hatte Angst, dass er uns vom Parkplatz scheucht, weil dieser Gebührenpflichtig sei, aber nix war. Er meinte, dass wir bei ihm im Surfclub kostenlos duschen dürfen, da er dort Mitglied ist.
Er fuhr vor uns, um uns den Weg zu zeigen. Wir hatten ein bisschen Panik, ob er uns nicht ausrauben will, aber das war wieder total deutsch gedacht. Ein Fremder, der einem helfen will – ohne böse Absicht. Nein, im Gegenteil. In einem Keller, wo die Surfboards aufbewahrt werden, zeigte er uns eine Dusche und so konnten wir endlich wieder durch die Nase atmen. Frisch und sauber bedankten wir uns bei Liam und er erzählte uns noch viel über die Orte und gab uns viele hilfreiche Tipps. Nice people and don´t worry.
Unterschiedliche Menschen
Robert: nochmal zu Liam! Erst spricht er uns an und erzählt uns davon, dass er vor 30 Jahren in der Region um Bonn unterwegs war. Und dann nimmt er uns in seinen Club mit, wo Surfbretter, Fitnessgeräte und andere teure Gegenstände rumstehen und lässt uns dort alleine und sagt lediglich: schließt einfach ab, wenn ihr geht. Ich schau dann später, ob alles klar ist. WTF! In Deutschland würde man so ein Verhalten als naiv und dumm beschreiben – wie unterschiedlich die Menschen auf dem Globus ticken ist einfach fabelhaft.
Unser nächster Trip wird uns am Ende des heutigen oder Anfang des morgigen Tages nach Nelson Beach führen, auf Empfehlung von Liam. Er hat gesagt, dass uns dort Delphine erwarten. Wir sind gespannt. 🙂

